Deutscher Sprecher-Text

Nach dem desaströsen Ende unserer Holland-Tour brauchte ich erst mal Erholung! ? Zeit für eine Übernachtung im Wald!

Nach unserem gemeinsamen Radwanderurlaub entlang der Nordseeküste. „Gegen den Wind“ musste Alexandra für ihre Abschlussprüfung lernen und ich wollte sie dabei nicht stören. Also bepackte ich wieder mein Fahrrad und fuhr mit dem Zug in den Spessart, um mit der Natur alleine zu sein und auch die Nacht im Wald zu verbringen. Ohne Zelt, direkt auf dem Boden schlafen, gegen die Bodenkälte geschützt nur durch eine Isomatte und meinen leichten Sommerschlafsack, gegen den Regen durch einen Tarp, eine Regenplane, die ich über meinem Liegeplatz aufspannen wollte.

Meine Fahrt startete im strömenden Regen in Blankenbach vor Schöllkrippen bei Aschaffenburg. Als der Regen aufhörte, war ich in Westerngrund und machte meine erste Filmaufnahme.

Mein Weg führte mich weiter auf eine Art Hochebene mit weitem Blick über satte Wiesen, fruchtbare Felder und grüne Wälder, vorbei an alten Obstbäumen und weidenden Rindern, immer auf der Suche nach besonders schönen Motiven, die ich mit meiner Kamera einfangen konnte, wenn es nicht gerade mal wieder regnete.

Ich liebe Regen! Nicht nur, weil er das Land tränkt und begrünt, sondern auch wegen der friedvollen Stimmung, die er verbreitet und dem Duft, den er verströmt. Die Schönwetter-Heinis bleiben zu Hause und ich kann alleine sein mit mir und der schweigenden Welt. Frieden! Regen – Sonne – Wind – Wolken, das Wetter wechselte ständig. Regenponcho an und aus, Kapuze auf und ab. Kann ich filmen oder muss ich die Kamera wieder wegpacken? Ab und zu ein Auto! Leider! In dieser dünn besiedelten Gegend sind die Strassen Feldwege und die Feldwege Strassen. Die Bewohner oft gesprächig und neugierig gegenüber Fremden. Aber ich bin nicht gesprächig, sonst wäre ich nicht hier – und nur neugierig auf die Natur. Ich will wirklich alleine sein, so glaubt es mir doch! Mir sind Menschen suspekt, die immer quatschen müssen, egal was, Hauptsache der Schnabel wird bewegt. Sie verlabern ihr ganzes Leben und begreifen nicht, dass sich mit Worten sowieso nur Hinweise auf das Unergründliche geben lassen, das zwischen den Worten liegt, so wie jeder Laut, jedes Geräusch nur auf die Stille zwischen ihm und dem nächsten Laut, dem nächsten Geräusch hinweisen kann. Auf die Stille, die sich dem Laut, dem Geräusch und dem Verstand auf ewig entzieht.

Im Huckelheimer Wald strahlt die Sonne durch die Wolkendecke und die Baumkronen auf den feuchten Waldboden und zaubert wundersame Farben mit ihrem seidigen Licht. Farben, die nur das bloße Auge, nicht die Kamera erkennen kann. Deshalb musst Du es Dir bei Gelegenheit selbst einmal anschauen.

An der höchsten Stelle will ich mein Lager für die Nacht errichten. Aber an der höchsten Stelle wird vermutlich auch ein Blitz zuerst einschlagen, weshalb ich es mir dann doch anders überlege und meine Wahl auf einen tiefer gelegenen Platz fällt, von dem ich dennoch einen grandiosen Ausblick über Dörfer, Felder und bewaldete Hügel habe. Ein paar Meter muss ich mich allerdings durch knietiefes, nasses Gras kämpfen, bevor ich an einer einigermassen ebenen Stelle meine Decke ausbreiten und meinen Tarp spannen kann. Da nicht genügend Bäume nahe genug stehen, schnitze ich mir schnell noch 2 Pflöcke, um den Tarp in alle Richtungen spannen zu können. Nachts würde es wieder regnen – garantiert – und ich wollte nicht, dass sich mein Schlafsack mit Wasser vollsaugte. Nass und frierend – mitten in der Nacht im finsteren Wald – nein Danke! Dann schon lieber warm eingekuschelt den Tropfen lauschen, wie sie außen auf die Plane fielen und nicht auf mich.

Morgens ab halb vier war es dann soweit – es regnete Bindfäden. Mir sollte es Recht sein! Der Tarp hielt dicht und der Schlafsack warm genug. Obwohl ich Wildschweinspuren gesehen hatte, ließen sich die Schwarzkittel weder blicken noch hören. Ich hatte nichts dagegen. Nur 2 Nacktschnecken suchten unter meinem Schlafsack – wonach auch immer. Sie fanden den Tod, den ich war einfach zu schwer für sie und walzte sie im Schlafe platt. Eine dritte hatte mehr Glück: Als ich auf dem Bauch lag, kroch sie auf meine Nasenspitze und ich setzte sie zurück ins feuchte Gras.

Gegen 8:30 Uhr hatte ich erst mal genug geschlafen – regnen tat es indessen immer noch. Also meine Position von einer liegenden in eine sitzende verwandelt, das MacBook ausgepackt und meine Adwords-Kampagnen optimiert und ein paar Emails beantwortet. Freiluft – Büro nenne ich das. Es war immer mein Traum, ortsunabhängig arbeiten und Geld verdienen zu können. Dieser Traum ist wahr geworden. Wer im Büro hockt, ist selbst Schuld! Da es den ganzen Tag weiter und gegen Abend sogar noch stärker regnen sollte, nutzte ich die nächste kleine Pause aus, um schnell alles zusammenzupacken und nach Hause zu radeln. Selbstverständlich schüttete es auf der gesamten Heimfahrt, sodass ich nur noch 3 Fotos schoss und das Filmen sein ließ.

English voice over

Episode 4 – Spessart-Tour

After our cycle trip, „Against the Wind“, along the North Sea coast, Alexandra had to do some revision for her final exams, and I didn`t want to disturb her. So I packed up my bike again and took a train to the Spessart, just wanting to enjoy some time alone with nature and camp outdoors in the woods; not in a tent, but on the ground, protected just with a thermo mat and my light summer sleeping bag, and with a tarpaulin to keep me covered if it rained.

My journey started in the pouring rain in Blankenbach by Schöllkrippen, near Aschaffenburg. By the time it had stopped raining, I was in Westerngrund, where I began filming.

My route took me over a kind of plateau with a view over luscious meadows, fertile fields and green woods, past old fruit trees and grazing cattle, and always on the look out for good photograph subjects, as long as it wasn`t starting to pour with rain again. I love rain! Not just because it makes the land lush and green, but also because of the peaceful atmosphere and the special scent it exudes. The fair weather fools stay at home, and I can be alone with myself and the silent world. Peace! Rain – sun – wind – clouds, the weather changes constantly. Raincape on and off, hood up, hood down. Can I do some filming or do I have to put the camera away again?

There`s a car now and again – unfortunately! In this sparcely populated area, the roads are just tracks and the tracks are roads. The inhabitants are often talkative and curious when strangers appear. But I don`t want to talk, otherwise I wouldn`t have come – I`m only interested in my natural surroundings. I really do want to be alone, just believe me! I`m suspicious of people who natter all the time, no matter what. Just keep those jaws moving… They prattle their whole lives away and don`t realise that words are just a means of referring to the unfathomable which lies between the words – just as every sound, every noise can only point out the silence between itself and the next noise, the next sound. The silence, which for ever evades sound, noise and comprehension itself.

Through a blanket of cloud, the sun shines between the treetops of the Huckelheimer woods onto the forest floor, conjuring (konndschuring) up a beautiful array of colours with its silky light. Colours, which are only visible to the naked eye, not to the camera – so you`ll have to come and take a look in person some time.

I was intending to set up camp for the night at the highest point, but it then occurred to me that that would probably be where lightening would first strike, so I thought otherwise and found somewhere lower down, where I nevertheless had a fantastic view of the villages, fields and woody hills. But I did have to fight my way through several metres of knee-high, wet grass before finding an even patch where I could lay out my blanket and fix up my tarpaulin.

There weren`t enough trees standing close enough together, so I quickly carved myself 2 pegs, in order to stretch the tarpaulin out in every direction. It was bound to rain again in the night, and I didn`t want to end up with a soggy sleeping bag. Wet and freezing – in the pitch black of the woods in the middle of the night – no thanks! Better to snuggle up warm and listen to the raindrops falling on the tarpaulin, and not on me.

At half past three in the morning, it began to chuck it down. That was fine by me! The tarpaulin held strong and the sleeping bag served to keep me warm. Although I`d noticed the tracks of wild boars, there was neither sight nor sound of them in the night, which was quite a relief. Just a pair of slugs under my sleeping bag, looking for – whatever… They didn`t survive long, as I steamrollered them when I rolled over in the night. But a third had a lucky break: It crawled up onto the tip of my nose while I was lying on my stomach, and I put it back into the damp grass.

By eight thirty I`d had enough sleep for the time being. Meanwhile, the rain continued to pour. So I sat up and got out my MacBook to make some final touches to my Adwords campaign and answer a few mails. Open-air office, I call that. That`s what I´ve always dreamt of, to work and make money independent of location. This dream has come true. Guys sitting in offices only have themselves to blame!

As rain had been forecasted for the whole day, reaching its climax in the evening, I packed my things together as soon as there was a break between showers, got on my bike and made for home. Inevitably, it rained all the way home, so I only took 3 more photos and gave up on filming entirely.